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1518 Die Straßburger Tanzwut

Im Juli 1518 begannen plötzlich Dutzende von Männern und Frauen ohne jeden Grund auf den Straßen der Stadt zu tanzen, und nichts konnte sie aufhalten. Die mehrere Wochen andauernde „Epidemie“ grub sich tief ins Gedächtnis der Bevölkerung ein und wurde bis ins 20. Jahrhundert immer wieder von den Stadtchronisten aufgegriffen.

500 Jahre später widmet sich die Ausstellung nun erneut diesem ungewöhnlichen Ereignis und beleuchtet die Versuche von Stadtverwaltung, Klerus und Medizinern, einen Ausweg zu finden. Sie beschreibt den Ablauf der Tanzwut, ordnet sie in den historischen Kontext ein und zieht Parallelen zu anderen Fällen von Tanzwut im Mittelalter oder auch in jüngerer Zeit. Das Ausstellungskonzept legt Wert darauf, ausgehend von zeitgenössischen Schilderungen die Fakten von absurden Erklärungen zu unterschieden, die das Mittelalter einseitig auf eine von Krisen und irrationalen Trieben geschüttelte Epoche reduzieren. Nicht zuletzt dank des immersiven Designs kommen Realität und Vorstellungswelten in der Präsentation gleichermaßen zu ihrem Recht. Erwähnung finden auch die Interpretationen von Historikern und Ärzten bis in die Neuzeit. Abschließend werden die geistigen und gesellschaftlichen Ursachen verschiedener anderer Verhaltensweisen mit epidemischem Charakter untersucht.

Die Ausstellung wird durch eine Sonderförderung der Eurometropole Straßburg unterstützt und trägt das Label „Année européenne du patrimoine culturel 2018“ des französischen Kulturministeriums.