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Die Fotografie bei Tomi Ungerer

Mit der Fotografie nimmt das Museum einen bisher nur wenig untersuchten Aspekt in Tomi Ungerers Schaffen in den Fokus. Zahlreiche Fotografien, Negative und Ektachromefilme aus Ungerers im Museum aufbewahrter Sammlung veranschaulichen erstmals die enge Beziehung des Zeichners zu diesem Medium. Schon in den 1960er Jahren begann sich Ungerer für die Fotografie zu interessieren und sie auf unterschiedliche, stets komplementäre Art zu nutzen, zum Beispiel als dokumentarischen Fundus für seine Zeichnungen, wie die in den kanadischen Jahren entstandenen Bände „Slow Agony“ (1983) und „Far Out Isn’t Far Enough“ (1983).

Aber er lotete die Fotografie auch als eigenständiges Kunstwerk aus; seine in dem Band „Photographies 1960-1990“ versammelten Arbeiten spannen den Bogen von realistisch bis absurd. Schon früh ließ er fotografische Elemente in sein Grafikschaffen einfließen und nutzte sie in Kombination mit der Zeichnung für Werbeplakate und Cartoons, wie in den surrealistisch inspirierten Illustrationen für „Horrible“ (1960) und „Clic-Clac“ (1989). Auch Fotomontagen realisierte er, so für seine Serie über das Warschauer Ghetto (2008-2009). Die Präsentation umfasst rund 150 Werke von Tomi Ungerer aus den späten 1950er bis in die 2010er Jahre.

Die Ausstellung wird von der Eurometropole Straßburg unterstützt.

Kuratorische Leitung: Thérèse Willer, Leiterin des Museums Tomi Ungerer — Internationales Zentrum für Illustration