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Käthe Kollwitz „Ich will wirken in dieser Zeit“

 

 

 

Erstmals in Frankreich widmet das MAMCS der deutschen Künstlerin Käthe Kollwitz (1867-1945) eine Retrospektive. Die Schau in Partnerschaft mit dem Käthe Kollwitz Museum Köln veranschaulicht die vielen künstlerischen Facetten dieser Grafikerin, Zeichnerin und Bildhauerin, die die politischen und sozialen Krisen ihrer Zeit dokumentierte und mit ihrem von Pazifismus und Realismus geprägten Werk ihre Zeitgenossen sowie nachfolgende Künstlergenerationen nachhaltig beeinflusste. Kollwitz, die sich als engagierte Künstlerin verstand, setzte sich bevorzugt mit den großen Dramen der Zeit auseinander und thematisierte dabei auch Aspekte des eigenen Lebens. Sie genoss Anerkennung im damaligen Deutschland und galt vielen jungen Künstlern als Vorbild, nach der nationalsozialistischen Machtübernahme geriet sie jedoch zunehmend in Bedrängnis.

Diese umfassende Retrospektive (600 m², 170 Werke) macht das Publikum mit einem Œuvre bekannt, das mit Themen wie Mutterliebe, Arbeitskampf, Erster Weltkrieg, Tod und Trauer den weiten Bogen vom Autobiografischen hin zum Universellen spannt. Alle ausgestellten Werke – darunter ihre bekanntesten Zyklen („Ein Weberaufstand“, „Bauernkrieg“) sowie Zeichnungen, Druckgrafiken und zahlreiche Selbstporträts – zeichnet der ganz besondere, ausdrucksstarke und oft ergreifende Stil von Käthe Kollwitz aus. Mit rund 30 Werken ist das MAMCS derzeit als einzige öffentliche Sammlung in Frankreich im Besitz von Arbeiten der Künstlerin; einige davon wurden bereits zu Kollwitz‘ Lebzeiten erworben.

Die Ausstellung wird von der Eurometropole Straßburg unterstützt. In Partnerschaft mit dem Französischen Vorsitz im Ministerkomitee des Europarates (Mai-November 2019).

Kuratorische Leitung: Hannelore Fischer, Direktorin Käthe Kollwitz Museum Köln, und Alexandra von dem Knesebeck, Kunsthistorikerin und Käthe-Kollwitz-Spezialistin, Autorin des Werkverzeichnisses der Graphik