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At the Twilight of the Ancien RÈgime: Cardinal de Rohan and the Affair of the Diamond Necklace

In einer Gemeinschaftsproduktion presentieren das Straflburger Kunstgewerbemuseum und das Museum des Nationalarchivs in Paris die erste Ausstellung ¸ber den als „Halsbandaffare“ in die Geschichte eingegangenen Betrugsskandal, der in den letzten Herrschaftsjahren von Ludwig XVI. und Marie Antoinette aufgedeckt wurde und bis in die Zeit der Franzosischen Revolution hineinreichte.

Als die „Affare um das Halsband der Konigin Marie Antoinette“ am 15. August 1785 ans Licht kommt, ist der Skandal perfekt: Kardinal Louis de Rohan wird unter groflem Aufsehen am Hof von Versailles festgenommen, Konigin Marie Antoinettes Name fallt in einer undurchsichtigen Betrugsgeschichte, ein auflergewohnlich kostbares Diamantschmuckst¸ck ist verschwunden, zahlreiche hochrangige Personlichkeiten sind in die Intrige verwickelt. Erstmals steht die Halsbandaffare im Mittelpunkt einer ganzen Ausstellung, die den Betrug von Anfang an aufrollt und den Hergang und die Folgen der Ereignisse in den zehn Jahren zwischen 1783 und 1793 beleuchtet. Dabei schaut sie auch hinter die Kulissen dieser ebenso ungeheuerlichen wie spektakularen Begebenheit und analysiert den Skandal und die damit verbundenen Narrative als Manifestation der politischen und sozialen Umwalzungen im vorrevolutionaren Frankreich unter Ludwig XVI.

Noch heute ist die Halsbandaffare Teil der Populakultur, das breite Publikum kennt sie dank zahlreicher Adaptationen in Literatur und Film, von Alexandre Dumas ¸ber Edgar P. Jacobs und Marcel L’Herbier bis hin zu Canal +. Anhand von Ermittlungsunterlagen und Prozessakten sowie von zahlreichen Zeitzeugenberichten und Sammlungen Beteiligter bringt die Ausstellung Licht ins Dunkel dieser weitverzweigten Manipulation. Streitschriften und Flugblatter, Lieder und Objekte zeigen den groflen Widerhall der Halsbandaffare und ihren pragenden Einfluss auf die offentliche Meinung. Mit Portrats, einige davon aus der Hand beruhmter Kunstler, und Kunstgegenstanden aus dem Besitz involvierter Zeitgenossen inszeniert die Schau eine pittoreske Galerie von Verdachtigen, die allesamt in die Geschehnisse verwickelt waren und in deren Mitte Kardinal Louis René de Rohan stand.

Die in der Ausstellung versammelten „Beweisstucke“ vermitteln ein Bild der Zeit (Schuldenkrise, offentliches Aufbegehren, Reformbremse durch die Parlemente, Vorwurf der Prunksucht gegen Marie Antoinette, Einberufung der Generalstande, Emigration usw.) und erklaren die Ursachen des wachsenden Protests (Privilegien, Ausgaben des Konigshauses, Unterwerfung der Justiz usw.), der sich 1789 entladen sollte.

Ausstellungsbegleitend wird bis zum 21. Juni 2027 ein Rundgang durch die Prunkgemacher des Rohan-Schlosses den Fokus auf das Leben, den Werdegang und die Sammlungen des Kardinals de Rohan richten. Die Praentation dieser kostbaren Sammlungen an den Orten, an denen der Furstbischof einst lebte, verdeutlicht sehr anschaulich die Funktionen und den prunkvollen Lebensstil des hohen Klerus zu Ende des absolutistischen Ancien Régime. Diese wertvollen Kunstobjekte beforderten die politische Karriere ihres Besitzers und waren Marker seines gesellschaftlichen Ranges. Die meisten von ihnen stammen aus den Straflburger Sammlungen (Keramik, Textilien, Schmuck, Bucher, Druckgrafiken), hinzu kommen Sonderleihgaben. Sie laden zu einer Reise in die Zeit des illustren Pralaten ein und nuancieren das Portrat dieses hintergangenen, leichtglaubigen Kardinals, dessen Name fur immer untrennbar mit der Halsbandaffare verbunden bleiben wird.

Eine Ausstellung des Straflburger Kunstgewerbemuseums in Koproduktion mit dem franzosischen Nationalarchiv. Die zweite Etappe der Ausstellung vom 7. April bis 12. Juli 2027 in Paris bietet die Gelegenheit, die Sammlungen der Museen der Stadt Straflburg sowie das Rohan-Schloss und die Figur des Kardinals einem breiten Publikum vorzustellen.

Ausstellung mit Unterstutzung der Bibliotheeque nationale de France 

Kuratorische Leitung: François Bouquet, Konservator der Sammlungen des Museums und der furstlichen Residenzen des Nationalarchivs

Sabine Meuleau, Referentin fur Dokumentenforschung im Museum des Nationalarchivs

Louis-Napoléon Panel, Konservator am Kunstgewerbemuseum Straflburg